Gloria von Thurn und Taxis

Porträts

Ausstellung vom 30.3. bis 22.3.2017

 

Robert Eberhardt GalerieRobert Eberhardt GalerieRobert Eberhardt GalerieRobert Eberhardt Galerie

 

Muntere Lässigkeit

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis’ Porträts

Fürstin Glorias Porträtbilder sind ein Brunnquell des Vergnügens, ein leichtfüßiges, zugewandtes Anblicken und Festhalten der Gesichter ihres Lebens, das Antlitz gegenwärtiger, verrückter Zeit. Mit Leichtigkeit und ernsthaftem Witz bannt sie ihre Menschen auf Papier und Leinwand und schuf dabei innerhalb weniger Jahre ein weites Panoptikum des Blicks, ein Stammbuch der happy few, das Briefmarkenalbum einer Gesellschaft, die in Zusammenschau muntere Lässigkeit, kosmopolitischer Wandel, aber auch die großen, ernsten Linien der Tradition verbindet: Wolfgang Joop und Papst Benedikt, Sarah Wagenknecht und Kardinalpräfekt Gerhard Ludwig Müller in einem bildnerischen Raum.

Glorias Porträts entwachsen einem Skizzieren markanter Physiognomien und formen sich gerade in den hier ausgestellten Ölgemälden zu kontingenter Ästhetik, sind mehr als beiläufige Produkte fürstlicher Musestunden. Glorias Porträts strahlen: bunt, froh und dem guten Leben zugeneigt. Wir erkennen beim ersten Hinblicken: „Das ist ein Bild der Fürstin! Das ist ein Gloria!“.

In wenigen Strichen erfasst sie das offensichtliche Antlitz ihrer Porträtierten, verleiht ihnen die eigentümlichen kubistischen Augen, die kecke Abstraktion. In vielen Bildern teilen sich trotz, oder gerade wegen, der Reduktion die urtümlich Fleisch gewordenen Parameter eines Menschen mit, die tiefer liegenden Schichten seines Wesens. Zum Beispiel die dezente innere Verirrung eines Weltstars, die römische Grandezza in Kardinalrot, die Glaubensstärke und Gedankenschwere im Antlitz des Emeritus’. Aus tiefen Augenhöhlen blickt er eindrücklich, schräg aus dem Bild, beobachtet kritisch das Unbekannte, die Zeit der zwei Päpste. Seine Lippen sind eng verschlossen. Sein Kommentar verstummt im Inneren. Die anderen Bilder, Sie sehen sie rechts, sprühen vor Farbigkeit, zeigen Berliner Gesichter und tragen meistens Vornamen als Titel: Isa, Wolfgang, John, Max. Und wir erkennen: Gloria von Thurn und Taxis liebt es Hintergründe zu malen, mit verrückten Farbflächen dem Bild Charakter zu verleihen.

Die Porträtgemälde (und -zeichnungen) sind Kinder ihres Inderweltseins und in einer größeren Zusammenstellung, wie wir sie heute hier sehen dürfen, ein gar nicht so einfach zu lüftendes Geheimnis. Denn in keiner Ausstellung mischt sich so gelenk Hierarchie und Anarchie, katholische Bildepiphanie und poppige Optik. Alles ist dann doch eine Haltungsfrage, eine Frage von Weltdeutung und stillen Gewissheiten, die auch das Werk der Fürstin subtil lenken und leiten. Kurzum: Niemand anderes könnte dieses Oeuvre so geschaffen haben, niemand anderes als Gloria von Thurn und Taxis.

Sie muss mit ihrer authentischen Direktheit die eingespielten Regeln von Bild- und Wortsprache erst gar nicht zu umgehen versuchen, sondern kreiert ihr bildnerisches Oeuvre unkonventionell nach ihren eigenen Gesetzen. Gloria kennt als begnadete Sammlerin den Kunstmarkt und seine luftigen Regeln. Irgendwann hatte sie genug gesehen und entschied ihre Kunst auszustellen, Zweifel zu überwinden. Jeff Koons, Cindy Sherman und Julian Schnabel sind Künstlerfreunde, die die Fürstin ermutigten und ihr die Patronage der Kunstszene schenkten. In ihren Bildern mögen wir auch die serielle Kunstproduktion eines Andy Warhols durchschimmern sehen. In den 80ern besuchte sie ihn oft in seiner factory. Nach New York ist Gloria mittlerweile mit ihren eigenen Bildern zurückgekehrt. Im Chelsea Hotel zeigte sie 2014 ihre farbigen Porträts, ebenso in Paris und Rom und vergangenes Jahr in Berlin.

Wir freuen uns, dass Ihre Bilder – und Sie – in unsere quirlige Kunsthauptstadt zurückgekehrt sind. Die VIPS können Sie heute in Doppelprojektion bestaunen, in realiter und aufgehangen (an der Wand). Vermissen Sie sich in der fürstlichen Porträtgalerie – gerne nehmen wir Ihren Porträtwunsch entgegen. Denn Fürstin von Thurn und Taxis ist hier altmodisch: Wo andere Künstler das Porträt meiden und erst recht keine Auftragsarbeiten anbieten, nimmt Gloria von Thurn und Taxis trotz des Wissens um die bis ins Kleinste und zum Höchsten trainierte Porträtkunst gerne die Herausforderung an, denn sie steht nicht in Konkurrenz, muss nicht über- und wiederholen, sondern hat ihren eigenen Stil gefunden, der die alte Wahrheit bestätigt: dass man in einem Porträt auch immer den Künstler selbst erkennt, hier vielleicht sogar vordergründig der Fürstin unbeschwertes Wesen. Glorias Porträts beleben jede Sammlung als freudige Interpunktion, denn sie sind vor allem eines: Werke des frohen Lebens, Bilder des Glücks. (Robert Eberhardt)

www.gloriasportrait.com